Die Geschichte.
„Wir sind nicht nach Brandenburg gekommen, um ein Zuhause zu suchen. Wir kamen, weil wir eine Auszeit brauchten. Und weil unsere alte Hündin einen Ort brauchte, an dem sie wirklich willkommen war.“
Wie alles begann
Am zweiten Morgen, beim Spaziergang durch den Nebel, zeigte uns dieser Ort, was in ihm steckt.
Wir hatten zwei Wochen in einem Haus gebucht, das uns nicht besonders gefiel — in einem Dorf, von dem wir noch nie gehört hatten. Doch als sich an diesem ersten Morgen der Nebel hob, geschah etwas Unerwartetes. Die Felder. Der Kanal. Die Stille.
Wir gingen zurück zum Ferienhaus, und plötzlich war da diese Idee zwischen uns. Noch unfertig. Ein bisschen absurd. Aber hartnäckig lebendig.
„Wir wollten kein Unternehmen gründen. Wir wollten den Ort schaffen, nach dem wir selbst lange gesucht und den wir nie wirklich gefunden hatten.“
- KOBI & VINCENZO
Das Dorf
Wir taten einfach mal so, als wären wir Menschen, die so etwas tun.
Ein oder zwei Tage nach unserem ersten Spaziergang sahen wir ein Schild im Hafendorf. An diesem Samstag fand ein Tag der offenen Tür statt, um die letzten freien Grundstücke zu verkaufen. Kobi schlug vor hinzugehen. Nicht um zu kaufen. Nur um zu schauen. Einfach für ein Wochenende so tun, als könnten wir Menschen sein, die über so etwas nachdenken.
Man gab uns einen Plan mit den freien Grundstücken. Gemeinsam mit Choya liefen wir durchs Dorf — halb so, als wären wir echte Käufer, halb einfach amüsiert darüber, wie absurd das alles eigentlich war.
An einem der Grundstücke blieb Choya stehen und tat, was Hunde eben tun. Wir sahen uns an und nannten es ein Zeichen. Sie hatte sich dieses Grundstück ausgesucht. Wir widersprachen ihr nicht.
Doch in den Wochen danach wurde aus dem Gedanken langsam etwas Reales. Wir machten den Küchentisch unserer Mietwohnung zum provisorischen Büro. Kobi telefonierte mit Maklern und Banken. Vincenzo arbeitete weiter auf der anderen Seite des Tisches und stellte immer wieder dieselbe Frage: „Ja, aber wie soll das eigentlich funktionieren?“
Die meisten Banken sagten nein. Wir hörten viele Neins. Mit einem Ja hatten wir eigentlich nicht gerechnet.
Ein paar Monate später kam es trotzdem.
Wir hörten ein „Ja“.
langsam aufgebaut
Wir zogen in ein fast leeres Haus und lebten erst einmal darin.
Der Bau dauerte länger als gedacht. Die Pandemie verlangsamte alles. Aber Choya fuhr bei jeder Fahrt aus Berlin mit hinaus. Sie lief die Grundstücksgrenzen ab. Sie saß dort, wo später die Küche sein würde. Sie lag im Sand, dort wo irgendwann der Boden verlaufen sollte.
Als wir endlich die Schlüssel bekamen, machten wir etwas, das die meisten Bauherren wahrscheinlich nicht tun würden. Wir zogen mit fast nichts ein und lebten langsam mit dem Haus. Raum für Raum. Stunde für Stunde. Wir wollten verstehen, was es eigentlich brauchte, bevor wir entschieden, womit wir es füllen.
Möbel und Gegenstände kamen nach und nach über Monate hinweg dazu. Jedes Stück wurde ausgewählt, weil es im Alltag etwas beitragen sollte. Als wir schließlich die Türen für Gäste öffneten, war ABAITA kein Projekt mehr.
Es war ein Zuhause geworden.
Was ABAITA bedeutet.
Der Name stammt aus zwei Sprachen. Zwei Wörter, die fast dasselbe bedeuten — auf unterschiedliche Weise.
HEBRÄISCH
ha-baita
Die Bewegung nach Hause. Der Weg zurück. Etwas sehr Persönliches. Nur du selbst kannst ha-baita gehen.
SIZILIANISCH
a baita
Die Hütte. Der Schutzraum in den Bergen. Die Bewegung hin zu einem Ort, an dem man ankommt.
Ihre Gastgeber
Zwei Menschen. Zwei Sichtweisen. Ein Haus.
Kobi ist Designer. Er hat einen Großteil seines Berufslebens damit verbracht, darüber nachzudenken, wie Räume Menschen aufnehmen. Nicht wie sie auf Fotos wirken — sondern wie sie sich morgens um sieben anfühlen, wenn das Licht flach durchs Fenster fällt.
Er war derjenige, der eine Lampe um zwei Zentimeter verschob, bis sich ein Raum plötzlich richtig anfühlte. Der monatelang in diesem Haus lebte, bevor überhaupt der erste Gast kam. Der jeden Winkel ausprobierte und sich fragte, was jeder Raum eigentlich sein wollte.
Vincenzo erzählt Geschichten. Er brachte etwas in ABAITA, das vielen Ferienhäusern fehlt: eine eigene Stimme. Er versteht, was ein langer italienischer Sonntag mit einem Raum macht. Was ein guter Tisch mit Menschen macht, die sich lieben. Und wie es sich anfühlt, nicht einfach nur untergebracht zu sein, sondern wirklich willkommen.
Die beiden unterscheiden sich in fast allem. Kobi träumt zuerst, Vincenzo stellt die nächste Frage. Ohne Kobi hätte ABAITA nie begonnen. Ohne Vincenzo wäre es vielleicht immer noch eine schöne Idee mitten in der Umsetzung.
Als sie dieses Haus bauten, wollten sie kein Mietobjekt erschaffen. Sie wollten den Ort bauen, den sie selbst lange gesucht und nie ganz gefunden hatten.
Das Haus gehört noch immer ihnen, weil sie es gebaut haben. Für die Zeit, in der ihr hier seid, gehört es aber euch.
„Wir hoffen, dass dieses Wort auch für euch hier gilt. Und wenn es nur für ein paar Tage ist — das würde uns reichen.“
